Schockierende Buskontrollen in Weil am Rhein: Fast alle Fahrzeuge mit Verstößen
Vladimir DöhnSchockierende Buskontrollen in Weil am Rhein: Fast alle Fahrzeuge mit Verstößen
Behörden führen überraschende Buskontrollen am Grenzübergang Weil am Rhein durch
Am Sonntag, dem 22. März 2026, führten Behörden am Grenzübergang Weil am Rhein unangekündigte Kontrollen von Bussen durch. Im Fokus stand der grenzüberschreitende Personentransport – dabei wurden bei den meisten Unternehmen Verstöße gegen geltende Vorschriften festgestellt. Von den 17 überprüften Fahrzeugen wiesen nahezu alle mindestens einen Verstoß auf.
Zoll und Verkehrspolizei arbeiteten zwischen 13 und 18 Uhr in der gemeinsamen Einrichtung zusammen. Untersucht wurden 17 Busse, darunter 15 Gelegenheitsverkehrsfahrzeuge und zwei Linienbusse. Die Ergebnisse zeigten, dass etwa 85 Prozent der Fahrzeuge gegen EU-Transportvorschriften verstießen.
Häufig fehlten Fahrtennachweise oder waren unvollständig ausgefüllt. Bei vielen Fahrern waren zudem die vorgeschriebenen Zusatzeintragungen in den Aufzeichnungen nicht vorhanden. Einige hatten die vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht eingehalten, was Bedenken hinsichtlich Übermüdung aufwarf.
Ein Bus fiel besonders auf: Er wies zwei schwere Mängel auf – ein abgelaufenes Kontrollgerät (Tachograph) und eine beschädigte Windschutzscheibe. Das Unternehmen musste für diese Sicherheitsmängel sofort ein Bußgeld zahlen. Weitere Strafen wurden während der Aktion nicht verhängt, und es gab keine Hinweise auf weitere rechtliche Schritte gegen deutsche Busunternehmen.
Es war nicht das erste Mal, dass Behörden Verstöße im Transportgewerbe aufdeckten. 2022 hatte ein Flixbus-Fahrer nach einem tödlichen Unfall in Leipzig eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung erhalten. Das Unternehmen selbst blieb jedoch von Geldstrafen verschont.
Die Behörden kündigten an, in diesem Jahr weitere unangekündigte Kontrollen im gewerblichen Personentransport durchzuführen.
Die Inspektionen in Weil am Rhein zeigten, dass die Mehrheit der Busse gegen EU-Vorgaben verstieß. Fehlende Unterlagen und Verstöße gegen Ruhezeiten waren die häufigsten Probleme. Die Behörden wollen die Überwachung grenzüberschreitender Verkehrsleistungen künftig verschärfen und setzen dazu auf weitere Kontrollen.






