Rekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Hans-Herbert ReinhardtRekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Deutschland hat 2025 einer Rekordzahl von Menschen die Staatsbürgerschaft verliehen: Mindestens 309.852 Personen erhielten einen deutschen Pass – die höchste Zahl seit Beginn der bundesweiten Aufzeichnungen im Jahr 2000. Der starke Anstieg folgt auf jüngste Reformen, die es langjährigen Einwohnern erleichtern, die Voraussetzungen für die Einbürgerung zu erfüllen.
Die Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht haben dabei eine zentrale Rolle gespielt. Bewerber benötigen nun nur noch fünf statt bisher acht Jahre Aufenthalt, und die doppelte Staatsbürgerschaft ist leichter zugänglich. Viele der neu Eingebürgerten waren während der Migrationswelle 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen und erfüllen nun die geforderte Mindestaufenthaltsdauer.
Besonders deutlich war der Anstieg in Berlin, wo 2025 insgesamt 39.034 Menschen eingebürgert wurden – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch Brandenburg verzeichnete einen deutlichen Zuwachs: 4.695 Personen erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit, ein Plus von 25 Prozent.
Zu den am stärksten wachsenden Gruppen gehören türkische und russische Staatsbürger. Allein in Nordrhein-Westfalen ließen sich 2025 3.841 Russen einbürgern – ein Anstieg um 67,4 Prozent. Syrien bleibt in vielen Regionen das häufigste Herkunftsland der Neubürger.
In den kommenden Jahren könnte die Zahl der Einbürgerungen weiter steigen: Ukrainer, die 2022 als Geflüchtete nach Deutschland kamen, könnten ab 2027 – nach Erfüllung der fünfjährigen Aufenthaltsvoraussetzung – vermehrt Anträge stellen.
Die Zahlen für 2025 spiegeln sowohl die politischen Änderungen als auch den natürlichen Verlauf der Aufenthaltsdauern wider. Da jährlich mehr Migranten die Voraussetzungen erfüllen, wird die Zahl der Einbürgerungen voraussichtlich hoch bleiben. Der Trend deutet zudem auf eine wachsende Integration langjähriger Zuwanderer hin.






