Reifen werden teurer: Warum Kautschuk die Preise für Autofahrer in die Höhe treibt
Hans-Herbert ReinhardtReifen werden teurer: Warum Kautschuk die Preise für Autofahrer in die Höhe treibt
Reifenhersteller erhöhen Preise wegen stark gestiegener Kautschukkosten
Die großen Marken wie Continental, Pirelli, Goodyear und Hankook haben Preiserhöhungen angekündigt, die zunächst den Handel treffen, sich aber voraussichtlich bald auch auf die Verbraucher auswirken werden. Analysten warnen, dass diese Anpassungen notwendig seien, um die Gewinnmargen in einem schwierigen Marktumfeld zu schützen.
Die Preisanhebungen begannen bereits Anfang 2017: Goodyear erhöhte seine Preise am 1. März um bis zu acht Prozent, Hankook zog am 1. April mit einer Erhöhung von vier bis fünf Prozent nach. Auch Pirelli bestätigte eine Preiserhöhung von bis zu neun Prozent – ein ähnlicher Umfang wie bei früheren Anpassungen.
Continental betonte die finanzielle Belastung und schätzt die zusätzlichen Kosten für die Kautschukbeschaffung im Jahr 2017 auf rund 500 Millionen Euro. Die Warnung des Unternehmens spiegelt den branchenweiten Druck wider, da alle Reifentypen von den Preiserhöhungen betroffen sind. Frank Biller, Analyst bei der LBBW, erklärte, die Hersteller hätten kaum eine andere Wahl, als die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzugeben, um die Rentabilität zu sichern.
Trotz der steigenden Materialkosten bleibt die Reifenbranche optimistisch. Die starke Nachfrage – insbesondere durch den wachsenden Absatz von SUVs – stärkt das Vertrauen in ein langfristiges Wachstum.
Die Preiserhöhungen werden zunächst die Händler treffen, bevor sie die Endverbraucher erreichen. Angesichts der weiter steigenden Kautschukpreise sehen die Hersteller keine Alternative, als die Preise anzupassen. Die Maßnahmen erfolgen in einer Phase, in der die Branche kurzfristige Kostendrucke mit einer anhaltend robusten Nachfrage nach Reifen in Einklang bringen muss.






