17 June 2026, 16:36

Rébecca Chaillons Die Parabel der Säure sprengt Körpernormen bei den Wiener Festwochen

Wien-Festival: Überleben unter den Fettbergen

Rébecca Chaillons Die Parabel der Säure sprengt Körpernormen bei den Wiener Festwochen

Rébecca Chaillons neues Werk Die Parabel der Säure feiert Premiere bei den Wiener Festwochen im Odeon

In ihrer jüngsten Inszenierung Die Parabel der Säure widmet sich Rébecca Chaillon den Lebensrealitäten und Kämpfen von Menschen, die sich als fett identifizieren. Mit einer Mischung aus groteskem Humor und scharfer Gesellschaftskritik setzt die Regisseurin, die für ihre Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Identität bekannt ist, einmal mehr ein mutiges Statement.

Das auf Französisch La Parabole du Seum betitelte Stück lässt sich von Octavia Butlers Roman Die Parabel der Säerin inspirieren. Sieben Schauspieler:innen – alle selbst als fett positioniert – stehen fast drei Stunden lang auf der Bühne. Die Performance beginnt damit, dass das Ensemble sich für seine Körper entschuldigt, sie als regelbrechend inszeniert und die gesellschaftlichen Zwänge eingesteht, die ihr Verhalten prägen.

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Ein zentraler Moment ist die absurde Neuinszenierung der Abnehm-Show The Biggest Loser, die in überzeichneter, grotesker Manier präsentiert wird. Der Höhepunkt zeigt die Darsteller:innen, bedeckt mit selbstgemachter Butter, in dramatischen Bodybuilder-Posen. Die Reaktionen des Publikums fielen unterschiedlich aus: Manche empfanden die Aufführung als berührend und atemberaubend, andere fanden sie an manchen Stellen zäh.

Chaillon, eine prägende Stimme in der französischen Kulturszene, stellt mit ihrer Arbeit weiterhin gesellschaftliche Normen infrage. Die Inszenierung hinterlässt einen bleibenden Eindruck – eine Satire, die schonungslos ehrlich mit Körperbildern und gesellschaftlichen Erwartungen ins Gericht geht. Durch ihren mehrdeutigen Titel und die kühne Bühnenbildung hebt sich das Stück deutlich im zeitgenössischen Theater ab.

Quelle