Olympia-Bewerbung 2036: Berlin kämpft gegen Widerstand und rechtliche Hürden
Hans-Herbert ReinhardtOlympia-Bewerbung 2036: Berlin kämpft gegen Widerstand und rechtliche Hürden
Deutschland bereitet sich darauf vor, seinen Kandidaten für die Austragung der Olympischen Spiele zu bestimmen – doch in Berlin wächst der Widerstand. Die Initiative „NoOlympia“ sammelt Unterschriften, um eine öffentliche Abstimmung gegen die Bewerbung zu erzwingen. Unterdessen wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 26. September seine Entscheidung bekannt geben.
Der DOSB prüft derzeit Bewerbungen aus München, Nordrhein-Westfalen und Berlin. München und Nordrhein-Westfalen verfügen über starke öffentliche Unterstützung: Rund zwei Drittel der Befragten stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. In Hamburg hingegen bleibt die Lage unklar, da widersprüchliche Umfragen auf eine gespaltene Meinung hindeuten.
Berlins Bewerbung sieht sich größeren Hindernissen gegenüber. Die „NoOlympia“-Kampagne drängt auf ein Referendum, doch rechtliche Vorgaben bedeuten, dass eine solche Abstimmung frühestens 2027 stattfinden könnte. Selbst dann wäre eine Zweidrittelmehrheit im Berliner Abgeordnetenhaus nötig, um sie überhaupt durchzuführen – eine Hürde, die weder Berlin noch Hamburg derzeit nehmen könnten.
Die Landtagswahl in Berlin am 20. September könnte die DOSB-Entscheidung beeinflussen. Bürgermeister Kai Wegner und Sportchef Kaweh Niroomand haben Bedenken wegen einer möglichen Ablehnung im Referendum zurückgewiesen. Dennoch wirft der gescheiterte Hamburger Bewerbungsversuch von 2015, bei dem 51,6 Prozent der Wähler mit Nein stimmten, weiterhin seine Schatten auf den Prozess.
Die endgültige DOSB-Entscheidung fällt am 26. September. Sollte Berlin ausgewählt werden, könnte die Bewerbung 2027 noch einer öffentlichen Abstimmung unterzogen werden. Bis dahin bleibt die Debatte in vollem Gange – geprägt von rechtlichen Fristen und politischen Entwicklungen, die die nächsten Schritte bestimmen.






