08 May 2026, 16:17

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen den Preis

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Fotos von Pflegeschwestern links und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" rechts sowie einem Logo unten rechts.

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen den Preis

Ein neuer Gesetzentwurf soll Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, Rezepte für Bewohner von Pflegeheimen direkt an die beliefernde Apotheke zu übermitteln. Die Änderung zielt darauf ab, den bürokratischen Aufwand zu verringern und die Medikamentenversorgung zu beschleunigen. Allerdings bringt die Umstellung auch zusätzliche Kosten und Verwaltungsarbeit für das medizinische Personal mit sich.

Der Vorschlag ist Teil des Apothekenbelieferungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) der Bundesregierung. Bisher müssen Pflegeheime Rezepte selbst einsammeln und an die Apotheken weiterleiten. Die neue Regelung schafft diesen Schritt ab – und spart den Einrichtungen schätzungsweise 5 Millionen Euro jährlich.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch die Änderung hat auch Nachteile: Arztpraxen übernehmen künftig die elektronische Übermittlung jedes Rezepts. Dazu gehört die Prüfung, ob ein Bewohner einen Versorgungsvertrag hat, sowie das Versenden des E-Rezepts über die sichere Telematikinfrastruktur (TI). Pro Rezept kommt so etwa eine halbe Minute zusätzliche Arbeit auf das medizinische Personal zu.

Technische Maßnahmen stellen sicher, dass Pflegeheime weiterhin über ausgestellte Rezepte informiert werden – sofern die Bewohner nicht widersprechen. Das Ministerium rechnet mit Mehrkosten von 9,7 Millionen Euro für zusätzliches Personal. Nach Abzug der 5 Millionen Euro Einsparungen bleibt eine Nettobelastung von 4,7 Millionen Euro.

Die Regelung gilt als Übergangslösung, bis Pflegeheime bis zum 1. Januar 2029 vollständig in den speziellen Service integriert sind.

Das Gesetz reduziert zwar den manuellen Umgang mit Rezepten in Pflegeheimen, verlagert die Aufgabe aber auf die Ärzteschaft. Zwar sparen die Heime Geld, doch die Gesamtkosten für das System steigen um 4,7 Millionen Euro. Die Anpassung bleibt bis zur Einführung einer dauerhaften Lösung 2029 in Kraft.

Quelle