Mitteldeutschland-Bahnprojekt droht wegen Finanzlücken zu scheitern
Hiltrud JockelMitteldeutschland-Bahnprojekt droht wegen Finanzlücken zu scheitern
Pläne für die Mitteldeutschland-Bahnverbindung erleiden massive Verzögerung
Die Pläne für die wichtige Schienenverbindung in Mitteldeutschland sind ins Stocken geraten. Das Vorhaben, das die Anbindung Sachsens und Thüringens an Westdeutschland verbessern soll, steht nun vor Finanzierungslücken und verschobenen Zeitplänen. Ursprünglich sollte der Bau noch in diesem Jahr beginnen – doch nun wird frühestens 2028 mit dem Start gerechnet.
Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag drängt seit Langem auf eine schnellere Umsetzung des Projekts. Sie betont, dass es sich um eine der wichtigsten Verkehrsinitiativen der Region handle. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Roberto Kobelt, unterstrich die Dringlichkeit der Elektrifizierung der Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz. Zudem seien teilweise zweigleisige Ausbauten nötig, um die Kapazitäten zu erhöhen.
Doch das Bundesverkehrsministerium bestätigte, dass derzeit keine Mittel verfügbar sind. Für verschiedene Schienenprojekte bis 2029 fehlen rund zwei Milliarden Euro – allein für den Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz werden die Kosten auf 544 Millionen Euro geschätzt. In der Folge wurde die vollständige Elektrifizierung der Mitteldeutschland-Verbindung auf 2032 verschoben.
Nach Fertigstellung soll die Strecke schnellere Fernverbindungen von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen. Die BSW fordert weiterhin höhere Bundesinvestitionen, um das Projekt nicht weiter aus dem Ruder laufen zu lassen.
Die Verzögerung bedeutet für Reisende, dass sie länger auf bessere Bahnverbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland warten müssen. Da der Baubeginn nun frühestens 2028 ansteht und die Elektrifizierung nicht vor 2032 erwartet wird, hängt die Zukunft des Projekts von zusätzlichen Finanzmitteln ab. Die BSW bleibt entschlossen, sich für die notwendigen Ressourcen einzusetzen, um voranzukommen.






