31 May 2026, 10:16

Mietpreise fressen Wohnfläche: In zwei Jahren bis zu 29 Quadratmeter weniger für 1.000 Euro

Mieten in Wiesbaden: Weniger Wohnraum für 1000 Euro

Mietpreise fressen Wohnfläche: In zwei Jahren bis zu 29 Quadratmeter weniger für 1.000 Euro

Mieten in Deutschland sind in den letzten Jahren stark gestiegen – mit der Folge, dass Mieter für denselben Preis deutlich weniger Wohnfläche erhalten. Ein neuer Bericht zeigt, wie bezahlbarer Wohnraum seit 2020 in den meisten Großstädten geschrumpft ist. Experten nennen steigende Baukosten und höhere Zinsen als Hauptgründe für die Krise.

Der Rückgang an erschwinglichem Wohnraum betrifft 60 von 80 großen deutschen Städten. In Wiesbaden deckt eine Kaltmiete von 1.000 Euro mittlerweile nur noch 82 Quadratmeter ab – 2022 waren es noch 91 Quadratmeter. Das entspricht einem Verlust von 9,9 Prozent an Wohnfläche innerhalb von zwei Jahren.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Berlin: Für 1.000 Euro Miete erhalten Mieter heute 16 Quadratmeter weniger als 2022. In Hamburg sind es 12 Quadratmeter weniger, in Mainz 9 Quadratmeter. Am stärksten betroffen ist das Ruhrgebiet, allen voran Gelsenkirchen, wo dieselbe Miete heute 29 Quadratmeter weniger einbringt.

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Immowelt-Chef Theo Mseka warnt, dass sich die Lage ohne gezielte Förderung für den Bausektor weiter verschärfen werde. Er verweist auf einen „Überlaufeffekt“ – wenn Nachfrage von teuren Städten in günstigere Regionen abwandert – und einen „Nachholeffekt“ – wenn bisher niedrige Mieten stark anziehen, um sich dem Marktniveau anzupassen. Beide Trends treiben die Preise nach oben und die Wohnfläche nach unten.

Der Bericht unterstreicht die zunehmende Belastung für Mieter in ganz Deutschland. Da Baukosten und Zinsen hoch bleiben, gibt es keine Anzeichen für eine Entspannung beim Schwund bezahlbaren Wohnraums. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich die Wohnfläche in vielen Städten weiter verringern.

Quelle