Linke distanziert sich von Stalin-Lob und antisemitischen Äußerungen ihrer Jugendorganisation
Hiltrud JockelLinke distanziert sich von Stalin-Lob und antisemitischen Äußerungen ihrer Jugendorganisation
Die Führung der Linken hat sich von umstrittenen Äußerungen Mitglieder ihrer Jugendorganisation, der Linksjugend [’solid], distanziert. Wie Berichte zeigen, hatten Mitglieder in einem internen Forum den ehemaligen sowjetischen Diktator Josef Stalin sowie den DDR-Staat gelobt. Zudem wurden antisemitische Inhalte veröffentlicht, darunter ein Bild der israelischen Flagge mit dem Spruch „Tod Israel“.
Die Vorwürfe wurden bekannt, nachdem eine interne Diskussion unter Mitgliedern der Linksjugend [’solid] an die Öffentlichkeit gelangt war. In dem Forum hatten einige Teilnehmer ihre Bewunderung für Stalin und die DDR zum Ausdruck gebracht – obwohl sich die Jugendorganisation offiziell von solchen Regimen distanziert. Die Linksjugend [’solid] hatte zuvor betont, sie lehne die DDR und ähnliche Systeme wegen fehlender demokratischer Strukturen und staatlicher Repression ab.
Der Bericht verwies zudem auf antisemitische Aussagen im Zusammenhang mit Diskussionen über den Gaza-Krieg, darunter das provokante Bild gegen Israel. Die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner verurteilte die Äußerungen auf das Schärfste.
Als Reaktion forderten die Berliner Landesvorsitzenden der Linken, Kerstin Wolter und Maximilian Schirmer, umgehende Konsequenzen gegen die Aussagen der Jugendorganisation. Christian Schaft, Fraktionschef der Linken in Thüringen, verlangte eine klare Verurteilung auf dem anstehenden Bundesparteitag. Auch andere Landespolitiker der Partei zeigten sich empört über die Vorfälle.
Die Linke steht nun in Verhandlungen mit der Linksjugend [’solid], um die Vorwürfe umfassend zu prüfen. Ziel ist es, das Problem aufzuarbeiten und organisatorische Konsequenzen einzuleiten. Die Partei geht damit die Kontroverse innerhalb ihrer Jugendorganisation an: Es laufen Ermittlungen, und die Forderungen nach einer deutlichen Distanzierung werden innerhalb der Partei immer lauter. Das Ergebnis dürfte die künftige Haltung der Linken in Fragen innerparteilicher Disziplin und ideologischer Grenzen prägen.






