La Scala erhöht Preise für Top-Plätze – und erntet Proteste der Loggionisti
Sepp KraushaarLa Scala erhöht Preise für Top-Plätze – und erntet Proteste der Loggionisti
Mails La Scala erhöht Preise für begehrte Plätze um über 30 Prozent
Das Mailänder Opernhaus La Scala hat die Ticketpreise für einige seiner gefragtesten Plätze um mehr als 30 Prozent angehoben. Die Maßnahme hat vor allem unter den treuen Stammgästen der oberen Ränge, den sogenannten „Loggionisti“, breite Empörung ausgelöst.
Es handelt sich um die erste Preiserhöhung seit einem Jahrzehnt. Die Leitung betont, dass unter dem aktuellen Intendanten Fortunato Ortombina keine weiteren Anpassungen geplant seien.
Obwohl La Scala bereits jetzt das teuerste Theater Europas ist – nur vom Salzburger Festspiele übertroffen –, betrifft die Erhöhung lediglich einen kleinen Teil der Plätze. Die Abonnements für bestimmte Bereiche stiegen von 800 auf 1.050 Euro. Für die meisten Sitze fällt die Anpassung jedoch moderat aus: Ein Platz auf der Galerie wird in der Spielzeit 2025–26 45,56 Euro kosten, im Folgejahr 46,94 Euro – ein durchschnittlicher Aufschlag von 1,48 Euro.
Das Theater arbeitet derzeit mit einem Überschuss, doch anstehende Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern und die geplante Verlegung der Werkstätten veranlassten die Entscheidung. Trotz der wirtschaftlichen Begründung nehmen die Proteste zu. Bei der Premiere von Verdis „Carmen“ regnete es von den oberen Rängen Flugblätter, die gegen die Preiserhöhungen wetterten.
Die Führung von La Scala spielt die Kritik herunter und argumentiert, dass nur ein Bruchteil der Plätze betroffen sei. Die neuen Preise gelten vorerst auf unbestimmte Zeit. Die Leitung hält die Anpassungen für notwendig, um die langfristige Stabilität des Hauses zu sichern. Doch unter den engagiertesten Besuchern zeigen die Proteste keine Anzeichen von Nachlassen.






