Kleinbäuerinnen fordern mehr Klimahilfe: "Wir ernähren die Welt – doch niemand hört uns"
Hans-Herbert ReinhardtKleinbäuerinnen fordern mehr Klimahilfe: "Wir ernähren die Welt – doch niemand hört uns"
Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus aller Welt trafen sich bei den Tagungen der Nebenorgane der UN-Klimarahmenkonvention in Bonn. Als Vertreter von 95 Millionen Familienbetrieben in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifikraum forderten sie mehr Unterstützung. Ihre Botschaft war eindeutig: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind entscheidend für die Ernährungssicherheit und den Klimaschutz, erhalten aber nur wenig direkte Förderung.
Esther Penunia, Stephen Muchiri und Thomas Patriota schilderten die Herausforderungen, mit denen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern konfrontiert sind. Klimafolgen und steigende Produktionskosten erschweren ihre Arbeit zunehmend. Die durch El Niño verursachten Veränderungen der Niederschlagsmuster bedrohen nun weltweit die Ernten.
Das Bündnis Family Farmers for Climate Action schlug einen neuen Fonds vor, um diese Probleme anzugehen. Der Resilienz- und Ermächtigungsfonds für Bäuerinnen und Bauern würde Klimafinanzmittel direkt an Bauernorganisationen weiterleiten. Bisher kommt nur ein geringer Teil solcher Gelder direkt bei ihnen an.
Bäuerlich geführte Lösungen wie agroökologische und naturverträgliche Anbaumethoden können die Widerstandsfähigkeit stärken und die Artenvielfalt schützen. Die Initiative Forest and Farm Facility hat bereits gezeigt, wie lokal geleitete Projekte die Lebensgrundlagen sichern. Diese Bauern erzeugen mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungskalorien – darunter Grundnahrungsmittel wie Reis, Kaffee und Kakao.
Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind unverzichtbare Partner im Kampf gegen den Klimawandel, keine bloßen Empfänger von Hilfsleistungen. Direkte Finanzierung und Unterstützung ihrer Ansätze könnten die Nahrungsmittelversorgung sichern und Landschaften schützen. Der vorgeschlagene Fonds soll dies verwirklichen, indem er sicherstellt, dass die Mittel dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
