Kann Polyethylen doch biologisch abgebaut werden? Forscher der Uni Konstanz suchen Antworten
Vladimir DöhnKann Polyethylen doch biologisch abgebaut werden? Forscher der Uni Konstanz suchen Antworten
Professor Stefan Mecking von der Universität Konstanz leitet eine bahnbrechende Studie zur Zersetzung von Kunststoffen. Seine Forschung konzentriert sich auf Polyethylen – den weltweit verbreitetsten Kunststoff, der gemeinhin als kaum natürlich abbaubar gilt. Ziel des Projekts ist es, genau zu messen, in welchem Ausmaß dieses Material tatsächlich biologisch abgebaut wird – und unter welchen Bedingungen.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Meckings Vorhaben mit einem Reinhart-Koselleck-Projekt, das mit bis zu 1,25 Millionen Euro dotiert ist. Die Mittel ermöglichen über fünf Jahre hinweg hochinnovative, aber risikoreiche Forschung. Sein Team untersucht, wie sich die molekulare Struktur, die Partikelgröße und chemische Gruppen des Polyethylens auf seine biologische Abbaubarkeit in verschiedenen Umgebungen auswirken.
Um den Abbauprozess nachzuverfolgen, stellen die Forscher spezielle Polyethylen-Varianten her, die mit stabilen Isotopen markiert sind. Diese Markierungen erlauben es ihnen, das bei der Zersetzung freigesetzte CO₂ präzise zu messen. Das Projekt mit dem Titel "Quantifizierung des biologischen Abbaus von Polyethylen mit katalytischen Methoden" zielt darauf ab, belastbare Daten darüber zu liefern, wie viel des Materials tatsächlich durch biologische Prozesse abgebaut wird.
Mecking, der den Lehrstuhl für Chemische Materialwissenschaft innehat, hofft, dass die Ergebnisse klären, ob Polyethylen in der Natur zerfallen kann. Seine Arbeit könnte neue Erkenntnisse über die Verschmutzung durch Kunststoffe liefern und mögliche Lösungen für ein besseres Abfallmanagement aufzeigen.
Die Studie läuft über fünf Jahre mit Unterstützung der DFG. Bei Erfolg könnte sie die wissenschaftliche Bewertung der Umweltauswirkungen von Polyethylen grundlegend verändern. Die Ergebnisse könnten zudem künftige Bemühungen zur Entwicklung nachhaltigerer Kunststoffe lenken.






