07 May 2026, 06:18

Jungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel

Eine Liniengrafik, die die Gewinne vor und nach Steuern zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Jungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel

Jungheinrich kündigt Führungswechsel nach starkem Gewinnrückgang an

Nach einem deutlichen Einbruch der Erträge hat der Intralogistik-Spezialist Jungheinrich einen weitreichenden Wechsel in der Unternehmensführung bekannt gegeben. Heike Wulff, die im Vorstand für den Finanzbereich zuständige Managerin, verlässt das Unternehmen früher als vorgesehen. Die Entscheidung fällt in eine Phase wachsender finanzieller Herausforderungen und eines spürbaren Kursverfalls der Aktie.

Wulff war Anfang 2026 in den Vorstand von Jungheinrich eingetreten; ihr ursprünglich bis Mai 2027 laufender Vertrag wird nun nicht verlängert. Eine konkrete Begründung für den vorzeitigen Abschied wurde nicht genannt. Der Schritt erfolgt jedoch nach einer schwierigen finanziellen Phase für den Stapler- und Lagertechnikhersteller.

Im ersten Quartal brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte ein. Die Unternehmensführung führte den Rückgang auf den verschärften Wettbewerb und einen Streik im Werk Lüneburg zurück. Die finanzielle Belastung schlägt sich auch im Börsenwert nieder: Seit Ende 2025 hat Jungheinrich fast 30 Prozent an Marktkapitalisierung verloren und liegt derzeit bei rund 2,6 Milliarden Euro.

Bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist, übernimmt Vorstandschef Lars Brzoska interimistisch Wulffs Aufgaben und leitet den Finanzbereich. Das Unternehmen bleibt unter der Kontrolle der Gründerfamilie – die Nachkommen von Friedrich Jungheinrich halten die Mehrheit der Anteile.

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Die Aktienstruktur von Jungheinrich ist in zwei Kategorien aufgeteilt: Die 54 Millionen stimmberechtigten Stammaktien, die nicht öffentlich gehandelt werden, befinden sich je zur Hälfte im Besitz der Familien der beiden Töchter des Gründers. Sie repräsentieren 53 Prozent des Gesamtkapitals. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind im MDAX notiert und größtenteils im Streubesitz.

Mit Wulffs Abgang steht Jungheinrich vor der Aufgabe, in einer kritischen Phase eine neue Finanzchefin oder einen neuen Finanzchef zu finden. Das Unternehmen muss nun den Profitrückgang und den Wertverlust der Aktie bewältigen – und gleichzeitig unter der Übergangsführung Stabilität wahren. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob es gelingt, eine Nachfolge zu finden, die die finanzielle Erholung vorantreibt.

Quelle