07 May 2026, 12:26

Industrielegende Herrenknecht warnt: "Deutschland schläft wie Dornröschen"

Altes Dokument mit einer Karte des Berliner Handelagellachaft-Gebäudes, das Text und einen Stempel auf der linken Seite enthält.

Industrielegende Herrenknecht warnt: "Deutschland schläft wie Dornröschen"

Ein führender deutscher Industrieller hat eine drastische Warnung zur Zukunft des Landes ausgesprochen. Martin Herrenknecht, der 83-jährige Vorstandsvorsitzende des Tunnelbau-Riesen Herrenknecht AG, wirft der überbordenden Bürokratie vor, den Fortschritt zu lähmen. Als Beispiel nennt er ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg, das seit dreieinhalb Jahren auf Eis liegt – während ein vergleichbares Projekt in Indien bereits innerhalb von nur drei Monaten genehmigt wurde.

Das in Schwanau ansässige Unternehmen Herrenknechts beherrscht den weltweiten Markt für Tunnelvortriebsmaschinen. Mit rund 5.500 Mitarbeitern weltweit war es an Großprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt. Doch trotz dieses Erfolgs betont Herrenknecht, er könnte sein Unternehmen heute angesichts der erstickenden Regulierungsflut in Deutschland nicht mehr gründen.

Er beschreibt das Land als gefangen in einem „Dornröschen-Schlaf“, in dem Bürokratie jeden Unternehmergeist erstickt. Herrenknecht kritisiert zudem die gesellschaftliche Haltung und bezeichnet die Deutschen als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“. Ohne dringende Reformen, warnt er, steuere das Land „direkt gegen die Wand“.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Verzögerung beim Logistikzentrum in Baden-Württemberg steht in krassem Gegensatz zum zügigen Genehmigungsverfahren in Indien. Herrenknecht nutzt dieses Beispiel, um zu verdeutlichen, wie Deutschlands langsame Entscheidungsprozesse die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gefährden.

Seine Äußerungen spiegeln eine tiefe Frustration mit dem deutschen Planungssystem wider. Während sein Unternehmen international erfolgreich ist, kämpft es im Inland selbst als etabliertes Unternehmen mit Hürden. Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck für Reformen wächst, um Infrastrukturprojekte zu beschleunigen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Quelle