Historischer WM-Einzug der Elfenbeinküste – und ein Streit um Schweinsteigers Worte
Hans-Herbert ReinhardtHistorischer WM-Einzug der Elfenbeinküste – und ein Streit um Schweinsteigers Worte
Die Elfenbeinküste hat mit einem 2:0-Sieg gegen Curaçao historisch erstmals die K.-o.-Phase der Weltmeisterschaft erreicht. Der Erfolg bedeutet die erste Qualifikation des Teams für diese Runde. Unterdessen sorgt eine Kontroverse um Äußerungen von Bastian Schweinsteiger für Diskussionen zwischen dem deutschen und dem ivorischen Lager.
Deutschland hatte die Elfenbeinküste zuvor in der Gruppenphase mit 2:1 besiegt. Nach dem Spiel bezeichnete Schweinsteiger den Spielstil der Ivorer als „etwas afrikanischen Fußball, etwas unorthodox, etwas wild, vielleicht auch nicht ganz so taktisch geprägt“ und als unberechenbar. Kritiker warfen ihm vor, damit rassistische Klischees zu bedienen.
Nationaltrainer Emerse Faé nannte die Bemerkungen rassistisch. Schweinsteiger entgegnete, er habe niemanden verletzen wollen – seine Worte hätten sich ausschließlich auf Fußballstrategie bezogen, nicht auf Menschen. Später relativierte Faé seine Kritik und räumte ein, es könnte sich um eine ungeschickte Formulierung gehandelt haben, die nicht Schweinsteigers wahre Haltung widerspiegle.
ARD-Intendant Axel Balkausky verteidigte Schweinsteiger und betonte, die Äußerungen seien nicht rassistisch, sondern eine fachliche Einschätzung gewesen. Er schlug ein klärendes Gespräch zwischen Faé und Schweinsteiger vor. Jürgen Klopp zeigte sich auf Nachfrage sichtlich unbehaglich und bezeichnete das Thema als „ernst und heikel".
Im Kern geht es um Schweinsteigers Wortwahl und deren Deutung. Die Elfenbeinküste konzentriert sich unterdessen auf ihr Debüt in der K.-o.-Phase. Die Debatte unterstreicht, wie wichtig präzise Formulierungen im Fußballkommentar sind.
