Hermann-Hesse-Bahn: Kosten explodieren auf 207 Millionen – Fertigstellung erst 2025
Sepp KraushaarHermann-Hesse-Bahn: Kosten explodieren auf 207 Millionen – Fertigstellung erst 2025
"Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler: 100 Fälle verschwendeter Steuergelder – darunter elf aus Baden-Württemberg
Das diesjährige Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler listet 100 Fälle von verschwendeten öffentlichen Mitteln in ganz Deutschland auf. Allein elf davon stammen aus Baden-Württemberg – darunter das problembehaftete Projekt der Hermann-Hesse-Bahn. Die Kosten für die Bahnstrecke sind explodiert, und die Fertigstellung verzögert sich um Jahre.
Ursprünglich sollte die Hermann-Hesse-Bahn im Landkreis Calw 49 Millionen Euro kosten und 2018 in Betrieb gehen. Mittlerweile hat sich der Preis auf geschätzte 207 Millionen Euro mehr als vervierfacht, und mit einer Inbetriebnahme wird frühestens Ende 2025 gerechnet.
Baden-Württemberg hatte sich zunächst bereit erklärt, die Hälfte der Kosten zu tragen, übernimmt nun aber 75 Prozent der stark gestiegenen Ausgaben. Die verbleibenden 25 Prozent müssen vom Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn aufgebracht werden, dem der Landkreis Calw und die beteiligten Kommunen angehören.
Auch Umweltschutzauflagen haben zu Verzögerungen geführt. Versuche, Fledermäuse aus den Tunnelröhren umzusiedeln, scheiterten – stattdessen musste eine Trennwand eingebaut werden. Zwei der 18 Fledermausarten konnten sich nicht anpassen, was die Probleme und Kosten des Projekts weiter in die Höhe trieb.
Die Hermann-Hesse-Bahn bleibt damit eines der teuersten und am stärksten verzögerten Vorhaben im diesjährigen Schwarzbuch. Statt wie geplant gehen die Steuerzahler nun von deutlich höheren Rechnungen aus – und Umweltschutz sowie Baustellenprobleme erschweren weiterhin den Fortschritt. Die Fertigstellung ist nun frühestens für Ende 2025 avisiert.






