Hausratversicherung wird immer teurer – doch Servicequalität bleibt oft mangelhaft
Hans-Herbert ReinhardtHausratversicherung wird immer teurer – doch Servicequalität bleibt oft mangelhaft
Hausratversicherung in Deutschland deutlich teurer – doch nur wenige Anbieter überzeugen mit Servicequalität
Die Kosten für Hausratversicherungen in Deutschland sind in den letzten Jahren stark gestiegen: 2023 stiegen die Prämien um 14,7 Prozent, 2024 folgte ein Plus von 7,5 Prozent. Für 2025 wird mit einer weiteren Erhöhung gerechnet – eine zusätzliche Belastung für Hausbesitzer. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie, dass nur vierzehn Versicherer mit überdurchschnittlicher Servicequalität punkten konnten.
Die Familie Gerstenberg aus Ludwigsburg erlebte eine böse Überraschung, als ein undichter Duschabfluss monatelang unentdeckt blieb. Durch eine defekte Bodenfuge drang Wasser ein und beschädigte das Erdgeschoss ihres Einfamilienhauses. Trotz mehrfacher Handwerkerbesuche dauerte es über zwei Wochen, bis die Ursache gefunden wurde. Die Reparaturkosten beliefen sich auf rund 2.500 Euro.
Als die Familie den Schaden bei ihrer Hausratversicherung geltend machte, lehnte der Versicherer die Zahlung ab. Begründung: Die Schäden seien auf mangelnde Instandhaltung zurückzuführen und verstießen damit gegen die Vertragsbedingungen. Nach deutschem Versicherungsrecht müssen Versicherungsnehmer alle gesetzlichen, behördlichen und vertraglichen Sicherheitsvorgaben erfüllen, um vollen Schutz zu genießen.
Hausratversicherungen in Deutschland decken in der Regel Reparaturen oder Wiederaufbaukosten bei Risiken wie Brand, Wasserschäden, Sturm oder Hagel ab. Seit 2021 sind in Neupolicen automatisch Elementarschadenversicherungen enthalten – etwa für Überschwemmungen oder Starkregen –, sofern Kunden nicht aktiv widersprechen. Die Höhe der Prämien hängt zudem vom Zonierungssystem für Überschwemmung und Rückstau (ZÜRS) ab, das Immobilien in eine von vier Risikoklassen einstuft.
Der Fall der Familie Gerstenberg unterstreicht, wie wichtig regelmäßige Wartungsarbeiten sind, um Streitigkeiten bei Schadensfällen zu vermeiden. Angesichts weiter steigender Prämien sollten Hausbesitzer zudem die Vertragsbedingungen und Risikoeinstufungen genau prüfen. Die Studie von DUP UNTERNEHMER und dem Deutschen Institut für Service-Qualität zeigt zudem: Nicht alle Anbieter halten, was sie versprechen – ein Vergleich lohnt sich.






