20 June 2026, 14:14

Hamburgs Jugendnetzwerk VKJH droht die Schließung durch Finanznot

Finanzielle Engpässe und Gegenwinde

Hamburgs Jugendnetzwerk VKJH droht die Schließung durch Finanznot

Hamburgs Jugendwohlfahrtsverband VKJH steht vor der Schließung wegen unsicherer Finanzierung

Der Verband, der das einzige spezialisierte Netzwerk der Stadt für offene Kinder- und Jugendarbeit betreibt – darunter Abenteuerspielplätze, Jugendclubs und Familienberatungsstellen –, kämpft ums Überleben. Ohne eine Lösung bis Ende Juni hängt seine Zukunft am seidenen Faden.

Aktuell beschäftigt die VKJH 90 Festangestellte und 150 freiberufliche Mitarbeiter:innen. Doch für die gesamte offene Jugendarbeit stehen lediglich 2,5 Vollzeitstellen für Fachberatung und Projektmanagement zur Verfügung. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, benötigt der Verband jährlich zusätzliche 120.000 Euro – unter anderem für eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle.

Von der Schließungsgefahr betroffen ist auch die OHA!-Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte, die 2017 eingerichtet wurde. Seit 2021 bearbeitet sie jährlich rund 300 Beratungsfälle und positioniert sich öffentlich zu zentralen Themen. Die Hamburger Schulbehörde plant nun, diese Ombudsstelle mit einer neuen für Kitas zusammenzulegen – was ein neues Ausschreibungsverfahren nach sich zieht.

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Anja Post-Martens, eine der Geschäftsführerinnen der VKJH, erklärt, dass die ursprüngliche OHA-Ausschreibung bereits Betreuungsdienste umfasste und eine Erweiterung stets vorgesehen war. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und äußert schwere Bedenken gegen die Neuausschreibung. Es stellt infrage, warum fünf Jahre etablierte, fachkundige Arbeit zerschlagen werden sollen.

Falls bis Ende Juni keine Finanzlösung gefunden wird, muss die VKJH über die Übertragung ihrer 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter verhandeln. Eine Schließung des Verbands würde Hamburgs einziges spezialisiertes Netz für offene Kinder- und Jugendarbeit zerstören. Gleichzeitig fiele mit der OHA-Ombudsstelle eine wichtige Fürsprecherin für die Rechte junger Menschen weg. Eine Entscheidung wird voraussichtlich noch vor Ende Juni getroffen.

Quelle