24 June 2026, 00:18

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen. Dem Magazin ist es nun untersagt, bestimmte Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Urteil beschränkt zudem die Verwendung von Zitaten aus einer 50 Jahre alten E-Mail, die Ulmen an seinen Anwalt geschickt hatte.

Das Gericht entschied, dass Der Spiegel nicht behaupten darf, Ulmen habe mit Hilfe von KI gefälschte Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt oder verbreitet. Zudem fielen die Aussagen aus der E-Mail in Ulmens „höchstschützenswerten Kernbereich der Privatsphäre“. Das Magazin darf jedoch weiterhin über Fernandes’ Vorwürfe der körperlichen Gewalt gegen ihn berichten.

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Die Entscheidung fällt in die Zeit der laufenden Ermittlungen der Potsdamer Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt gegen Ulmen. Das Urteil gilt als wichtiger Erfolg für die Kanzlei Schertz-Bergmann, die ihn vertritt und damit eine sachlichere öffentliche Debatte über den Fall anstrebt.

Unterdessen hat der Skandal eine breitere politische Diskussion ausgelöst. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, die Gesetze gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ zu verschärfen. Auch SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang fordern strengere Regelungen gegen den Missbrauch von KI. Einige konservative Politiker, darunter Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), setzen sich für eine Pflicht zur Verwendung von Klarnamen im Internet ein.

Die einstweilige Verfügung schränkt Der Spiegel in der Berichterstattung über die Deepfake-Vorwürfe ein, da es an Beweisen fehlt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Ulmen wegen der separaten Vorwürfe der häuslichen Gewalt laufen derweilen weiter. Der Fall hat politische Forderungen nach Rechtsreformen zum Schutz vor digitalem Missbrauch ausgelöst.

Quelle