Felix Banaszak fordert Männer auf, Feminismus aktiv mitzugestalten – doch die Kritik bleibt nicht aus
Vladimir DöhnFelix Banaszak fordert Männer auf, Feminismus aktiv mitzugestalten – doch die Kritik bleibt nicht aus
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Feminismus auseinandersetzen. Seine These: Starre Geschlechterrollen schaden allen – nicht nur Frauen – und Männer sollten eine aktive Rolle dabei spielen, sie infrage zu stellen. Sein Ansatz stößt auf Zustimmung, aber auch auf Kritik, insbesondere nachdem er sein Büro pink gestrichen hat und in einem Playboy-Interview offen über Männlichkeit sprach.
Banaszaks Appell an Männer, ihr Verhalten zu reflektieren, kommt zu einer Zeit wachsender Sorgen über politische Gräben bei jungen Wählern. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während Frauen desselben Alters eher linksliberale Parteien bevorzugten. Dieser Kontrast wirft Fragen auf, wie stark das Geschlecht politische Einstellungen prägt.
Der Grünen-Politiker besuchte zudem Vaterwelten in Krefeld, eine Initiative, die Geburtsvorbereitungskurse für Männer anbietet. Nun fordert er bessere Förderung für solche Projekte, da sie Männer wichtige Räume bieten, um über Geschlechterrollen zu diskutieren. Seine Haltung geht so weit, dass er persönliche Scham über Gewalt gegen Frauen und die gesellschaftlichen Bedingungen, die sie ermöglichen, eingesteht.
Doch nicht alle teilen Banaszaks Ansatz. Ein Welt-Kolumnist abkanzelte sein pinkes Büro als unerträglich moralinsauer, während der AfD-Politiker Maximilian Krah jüngst in einem Video andeutete, junge Männer, die Probleme bei der Partnersuche hätten, sollten „nach rechts“ tendieren. Banaszak verweist dagegen auf Beispiele wie den Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten Pink trug, ohne dass seine Männlichkeit ernsthaft infrage gestellt wurde.
Anfang dieses Jahres nutzte Banaszak ein Playboy-Interview für seinen ersten öffentlichen Appell an junge Männer mit feministischen Botschaften. Nun drängt er darauf, innerhalb der Grünen mehr „Räume zu schaffen, in denen Männer über Geschlechterfragen diskutieren können“.
Banaszaks Initiativen spiegeln eine breitere Debatte über Männlichkeit, Politik und gesellschaftlichen Wandel wider. Seine Vorschläge zu Männergruppen und Selbstreflexion zielen darauf ab, Einstellungen innerhalb und außerhalb seiner Partei zu verändern. Ob sein Ansatz Gräben überwindet – oder auf weiteren Widerstand stößt –, bleibt abzuwarten.






