27 April 2026, 20:23

Energiewende im Streit: Wie Deutschlands Parteien die Stromlücke füllen wollen

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Energiewende im Streit: Wie Deutschlands Parteien die Stromlücke füllen wollen

Deutschlands politische Parteien bleiben gespalten, wie erneuerbare Energien und konventionelle Kraftwerke in Einklang zu bringen sind. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, welche Technologien die Lücke schließen sollen, während das Land sich von fossilen Brennstoffen verabschiedet. Zwar spielen Erneuerbare mittlerweile eine zentrale Rolle, doch die Reserveversorgung durch traditionelle Kraftwerke bleibt unverzichtbar – doch deren Wirtschaftlichkeit steht auf dem Spiel.

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Die CDU/CSU schlägt vor, die Preise an der Energiebörse anzuheben, um konventionelle Kraftwerke profitabler zu machen. Ihr Plan zielt darauf ab, diese Anlagen als Teil einer gemischten Energiestrategie zu erhalten. Die meisten anderen Parteien haben die finanziellen Schwierigkeiten traditioneller Kraftwerke jedoch bisher nicht direkt thematisiert.

Die Grünen setzen auf moderne Gasturbinen, um die Versorgung zu stabilisieren, und fordern einen vollständigen Ausstieg aus Kohle- und Braunkohlekraftwerken bis 2030. Ihr Fokus liegt auf sauberer Energie, doch wie die Wirtschaftlichkeit konventioneller Anlagen während der Übergangsphase gesichert werden soll, bleibt offen.

Die SPD erkennt zwar den Bedarf an Brückentechnologien an, geht aber – ähnlich wie die Grünen – auf die Rentabilitätsfrage nicht ein. Die Linke hingegen will die Kapazitätslücke durch kommunale Kraft-Wärme-Kopplung schließen und ein Gesetz vorlegen, das die Kohleverstromung bis 2040 beendet – mit einem Verbot für Neuanlagen und der schrittweisen Stilllegung bestehender Meiler.

Die FDP befürwortet hochmoderne konventionelle Kraftwerke als vorübergehende Lösung, legt jedoch keinen klaren Plan vor, wie deren wirtschaftliche Tragfähigkeit verbessert werden könnte. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, warnte, dass ein Ausgleich zwischen Erneuerbaren, Netzausbau und der Anpassung konventioneller Kraftwerke entscheidend sei, um die Kosten der deutschen Energiewende zu beherrschen.

Die niedrigen Marktpreise für Energie machen den Betrieb konventioneller Kraftwerke zunehmend unrentabel. Trotz sinkender Wirtschaftlichkeit bleiben diese Anlagen jedoch notwendig, um Versorgungsengpässe auszugleichen, wenn erneuerbare Quellen nicht ausreichend verfügbar sind.

Die Zukunft des deutschen Energiemix bleibt ungewiss, da die Parteien über Lösungsansätze streiten. Zwar gewinnen Erneuerbare an Bedeutung, doch konventionelle Kraftwerke sichern nach wie vor die Grundlast – doch ihr wirtschaftliches Überleben ist gefährdet. Ohne Einigung über ihre Rentabilität könnte sich der Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem weiter verzögern.

Quelle