27 April 2026, 16:25

E.ON und RWE schalten 26 Kraftwerke ab – droht Deutschland eine Stromlücke?

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland mit begleitendem Erklärungstext vergleicht.

E.ON und RWE schalten 26 Kraftwerke ab – droht Deutschland eine Stromlücke?

Deutschlands Energiesektor steht vor neuen Herausforderungen, da große Versorger den Ausstieg aus Kraftwerken vorantreiben. E.ON und RWE planen die Stilllegung von 26 Anlagen, doch es bleiben Bedenken, ob die Stromversorgung stabil bleiben kann. Gleichzeitig hat die Bundesregierung einen Kapazitätsmarkt ausgeschlossen – die Zukunft der Reservekraftwerke bleibt damit ungewiss.

Aktuell unterhält die Regierung eine "strategische Reserve" von 2,6 Gigawatt (GW) in Bereitschaftskraftwerken für Notfälle. Doch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hält dies für unzureichend. Sein Vorschlag: Die Reserve auf 7–10 GW ausbauen und flexibler gestalten.

Die Pläne von E.ON und RWE, 26 Kraftwerke vom Netz zu nehmen, lösen Alarm aus. Einige dieser Anlagen könnten noch gebraucht werden, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Die Energiekonzerne argumentieren, dass die aktuellen Marktbedingungen Investitionen in neue konventionelle Kapazitäten unattraktiv machen. Gleichzeitig steht der Bau neuer fossiler Kraftwerke im Widerspruch zu Deutschlands Ziel, die Abhängigkeit von traditionellen Energieträgern zu verringern.

Während andere europäische Länder auf Kapazitätsmärkte setzen, lehnt Deutschland dieses Modell ab. Auch ein gemeinsamer Kapazitätsmarkt mit Frankreich wurde verworfen. Stattdessen bleibt der Fokus auf der Balance zwischen Versorgungssicherheit und dem Ausbau erneuerbarer Energien.

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Craig Morris, Hauptautor des Buches "Die deutsche Energiewende" und Direktor von Petite Planète, verfolgt diese Entwicklungen genau. Zudem berichtet er täglich für "Erneuerbare Energien" über die Veränderungen in der deutschen Energiepolitik.

Die Debatte über die Kraftwerksschließungen und die Reservekapazitäten in Deutschland geht weiter. Ohne Kapazitätsmarkt ist das Land auf seine strategische Reserve angewiesen – doch Kritiker fordern deren Ausbau. Wie die Regierung diese Lücken schließt, wird die Stabilität des Stromnetzes in den kommenden Jahren entscheidend prägen.

Quelle