23 May 2026, 02:30

Dobrindt lehnt Panikmache vor AfD-Erfolgen ab und fordert Gelassenheit

Innenminister Dobrindt: Warnungen vor AfD-Putsch sind Schreckschuss

Dobrindt lehnt Panikmache vor AfD-Erfolgen ab und fordert Gelassenheit

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Warnungen vor einem möglichen Machtzugriff der rechtspopulistischen AfD nach ihren jüngsten Wahlerfolgen in ostdeutschen Bundesländern zurückgewiesen. Er bezeichnete Befürchtungen, die Partei könnte allein regieren, als unrealistisch und forderte stattdessen eine besonnenere politische Reaktion statt alarmistischer Prognosen.

Dobrindt, Mitglied der CSU, stellte infrage, ob es notwendig sei, sich auf Extrem-Szenarien mit Beteiligung der AfD vorzubereiten. Er verwies darauf, dass die nächsten Wahlen erst im September anstehen und damit ausreichend Zeit für politische Maßnahmen bleibe. Seine Äußerungen erfolgten, nachdem einige Landesvertreter Vorschläge unterbreitet hatten, um zu verhindern, dass sensible Sicherheitsinformationen an die AfD gelangen könnten, falls diese an einer Regierung beteiligt wäre.

Der Minister relativierte auch Bedenken hinsichtlich ausländischer Einmischung in die anstehenden Landeswahlen. Zwar räumte er ein, dass es seit Langem Desinformationskampagnen in sozialen Medien gebe – auch von ausländischen Akteuren –, doch betonte er, es gebe keine Belege für ernsthafte Versuche, die Wahlen zu manipulieren. Dobrindt fügte hinzu, dass vor den Abstimmungen keine spürbare Zunahme solcher Aktivitäten festgestellt worden sei.

Er kritisierte die Konzentration auf „Untergangsszenarien“ im Zusammenhang mit dem Einfluss der AfD und plädierte stattdessen für proaktive politische Lösungen. Seine Aussagen spiegeln eine breitere Debatte in Deutschland wider, wie mit der wachsenden Wählerunterstützung für die Partei umgegangen werden soll, ohne auf hypothetische Bedrohungen überzureagieren.

Dobrindts Haltung steht im Kontrast zu Forderungen einiger Landespolitiker nach verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Seine Position signalisiert Vertrauen in die bestehenden Schutzmechanismen und die Präferenz, den Aufstieg der AfD durch politische Auseinandersetzung statt durch präventive Beschränkungen zu begegnen. Die Frage bleibt umstritten, während sich Deutschland auf die entscheidenden Regionalwahlen später in diesem Jahr vorbereitet.

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