DGB fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
Vladimir DöhnDGB fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten ein, die unter Tarifverträge fallen. Derzeit haben rund 20 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland keine solche Absicherung – oft, weil ihre Arbeitgeber keinen Tarifverträgen angehören. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi argumentiert, dass Arbeitgeber zumindest einen Teil der Kosten tragen sollten, um die finanzielle Belastung nicht allein auf die Beschäftigten abzuwälzen.
Fahimis Vorschlag sieht vor, dass Arbeitgeber sich an der betrieblichen Altersvorsorge beteiligen, ohne jedoch die vollen Kosten zu übernehmen. Sie räumt ein, dass mit Widerstand zu rechnen ist, angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Dennoch weist sie darauf hin, dass in vielen europäischen Ländern bereits Pflichtbeiträge von 20 Prozent oder mehr gelten – wobei Arbeitgeber oft den größeren Anteil zahlen.
Der DGB plant, diese Altersvorsorge flächendeckend über branchenweite Tarifverträge für alle Beschäftigten auszuhandeln. Für Unternehmen ohne Gewerkschaftsbindung schlägt die Gewerkschaft vor, Arbeitnehmer unter vereinfachten Bedingungen in bestehende Systeme einzubinden. Konkrete Details des Plans sollen bis Ende des Monats veröffentlicht werden.
Fahimi betont, der Ansatz sei ausgewogen und entspreche gängiger Praxis in weiten Teilen Europas. Ziel sei es, eine breitere Altersvorsorge zu gewährleisten, ohne die gesamte finanzielle Last auf Unternehmen oder Beschäftigte abzuwälzen.
Wird der Vorschlag umgesetzt, erhielten Millionen deutscher Arbeitnehmer erstmals eine betriebliche Altersvorsorge. Arbeitgeber würden sich – wie in anderen europäischen Ländern üblich – gemeinsam mit den Beschäftigten an den Beiträgen beteiligen. Der DGB erwartet, dass die Verhandlungen beginnen, sobald der vollständige Plan später in diesem Monat vorgestellt wird.






