23 May 2026, 20:20

Deutschlands Luftfahrtbranche kämpft mit Jobverlusten und Rekordkosten

Dreifacher Schlag trifft die Luftfahrtindustrie

Deutschlands Luftfahrtbranche kämpft mit Jobverlusten und Rekordkosten

Deutschlands Luftfahrtbranche steht vor tiefgreifenden Umbrüchen, da Fluggesellschaften Strecken und Arbeitsplätze massiv abbauen. Steigende Kosten und eine nachlassende Nachfrage zwingen die Airlines zum Rückzug – allein die Lufthansa strich bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge. Die für Juni geplante Nationale Luftfahrtstrategie der Bundesregierung könnte den Wettbewerbsverlust kaum aufhalten.

Die Krise verschärfte sich im Mai 2024, als Deutschland die Luftverkehrsabgabe um 19,4 Prozent erhöhte. Dies folgte auf einen drastischen Anstieg der Kerosinpreise, die sich seit Dezember 2022 mehr als verdoppelt haben. Treibstoff macht mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines aus und drückt die Gewinne.

Mit der Streichung von 20.000 Flügen spart die Lufthansa zwar 40.000 Tonnen Kerosin ein, doch das Vorgehen spiegelt die branchenweiten Probleme wider. Billigflieger wie Ryanair und EasyJet haben bereits weniger rentable Touristenrouten gestrichen. Gleichzeitig fertigten deutsche Flughäfen 2025 219,8 Millionen Passagiere ab – immer noch 12,4 Prozent unter dem Rekordwert von 2019.

Die Jobverluste häufen sich: Rund 10.000 Arbeitsplätze in der Luftfahrt sind aktuell bedroht. Der Kollaps von Spirit Airlines im Mai 2023, die 172 Airbus-Maschinen betrieb, zeigte die Fragilität der Branche. Wizz Air, Europas drittgrößter Billigflieger, könnte ein ähnliches Schicksal drohen, falls die Spannungen im Nahen Osten die Treibstoffkosten weiter in die Höhe treiben.

Die anstehende Nationale Luftfahrtstrategie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche mit sinkender Nachfrage und explodierenden Kosten kämpft. Während Airlines weiterhin Strecken streichen und Personal abbauen, verschärfen höhere Steuern und Spritpreise den Druck. Ohne grundlegende Kurskorrekturen dürfte es für Deutschlands Luftfahrt schwer werden, an frühere Stärke anzuknüpfen.

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