Deutschlands Führungsrolle in der Kreislaufwirtschaft bröckelt durch asiatische Konkurrenz
Hans-Herbert ReinhardtDeutschlands Führungsrolle in der Kreislaufwirtschaft bröckelt durch asiatische Konkurrenz
Deutschland bleibt weltweit führend bei Technologien der Kreislaufwirtschaft und hält fast ein Fünftel aller Patente in diesem Sektor. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Land einen starken Ruf als Innovationsstandort erarbeitet – insbesondere in Bereichen wie Batterierecycling und nachhaltiges Bauen. Doch seine Spitzenposition gerät zunehmend unter Druck durch den rasanten Aufstieg ostasiatischer Volkswirtschaften.
Zwischen 2010 und 2024 wurden weltweit fast 62.000 Patente im Bereich Kreislaufwirtschaftstechnologien angemeldet. Deutschland steuerte davon 10.700 bei – etwa 17 Prozent des globalen Gesamtvolumens. Nur die USA verzeichneten mit rund 14.000 Patenten mehr Anmeldungen.
Auch die Innovationskraft deutscher Entwicklungen zeigt Wirkung: In den letzten 15 Jahren wurden deutsche Patente fast 15.000 Mal in späteren Anmeldungen zitiert – damit liegt das Land weltweit an der Spitze bei der Patentqualität. Besonders stark ist Deutschland im Batterierecycling und im kreislauforientierten Bauen, wo es 20 Prozent der globalen Patente in diesem Bereich hält.
Doch die ostasiatischen Nationen holen auf. China hat seinen Patentausstoß besonders stark gesteigert und meldete 2021 fast fünfmal so viele Patente an wie noch 2010. Auch Südkorea und Japan haben ihre Aktivitäten ausgeweitet und setzen die deutsche Vorreiterrolle zunehmend unter Druck.
Zwar führt Deutschland nach wie vor bei der wirtschaftlichen Wirkung von Patenten im Bereich Kreislaufwirtschaft, doch der Vorsprung schmilzt. Angesichts der beschleunigten Patenttätigkeit Ostasiens wird der Wettbewerb um Innovationen in nachhaltigen Technologien immer intensiver. Im kommenden Jahrzehnt dürften sich die globalen Machtverhältnisse weiter verschieben.






