Deutschland wird zum Karriere-Sprungbrett für internationale Studierende und Fachkräfte
Hiltrud JockelDeutschland wird zum Karriere-Sprungbrett für internationale Studierende und Fachkräfte
Deutschland ist zum beliebtesten Ziel für internationale Studierende außerhalb der englischsprachigen Länder geworden. Immer mehr sehen das Land als Sprungbrett für eine langfristige Karriere in Europa. Neue Studien zeigen, dass Absolventen deutscher Hochschulen deutlich bessere Jobchancen haben als Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen.
Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland konzentriert sich auf MINT-Fächer. Damit entwickeln sich die Universitäten zu einer entscheidenden Quelle für Fachkräfte. Angesichts eines aktuellen Mangels von 148.500 MINT-Spezialisten und 1,85 Millionen Beschäftigten, die innerhalb eines Jahrzehnts in Rente gehen werden, steigt der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften weiter an.
Studierende verbringen in der Regel etwa vier Jahre in Deutschland, bevor sie in den Arbeitsmarkt einsteigen. In dieser Zeit knüpfen sie berufliche Kontakte, verbessern ihre Deutschkenntnisse und sammeln praktische Erfahrungen. Wer Praktika absolviert, praxisnahe Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen schreibt oder nebenbei in fachbezogenen Jobs arbeitet, erhöht seine Beschäftigungschancen deutlich.
Doch bleiben Herausforderungen. Studierende, die aufgrund finanzieller Zwänge in branchenfremden Nebenjobs arbeiten müssen, verringern ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz um 28 Prozent. Auch Deutschkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle – selbst für Stellen, die auf Englisch ausgeschrieben sind. Dennoch bieten nur etwa 15 Prozent der Studiengänge für internationale Studierende verpflichtende Deutschkurse an.
Die Hochschulen erweitern ihre Initiativen, um die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu intensivieren und Absolventen besser auf den Berufseinstieg vorzubereiten. Dennoch bestehen weiterhin Lücken bei der nahtlosen Überleitung vom Studium in den Job. Die Daten zeigen: Internationale Absolventen finden dreimal häufiger eine Anstellung als Migranten, die ausschließlich zur Arbeit einreisen. Zudem sind Studierende, die über den Hochschulweg nach Deutschland kommen, 1,6-mal eher bereit, dauerhaft zu bleiben – 26 Prozent ändern sogar ihre Pläne und entscheiden sich nach Arbeitsbeginn für einen langfristigen Verbleib.
Der Zusammenhang zwischen Bildung und Beschäftigung erweist sich als zentral für den deutschen Arbeitsmarkt. Internationale Absolventen bringen dringend benötigte Kompetenzen mit, insbesondere in MINT-Berufen, und profitieren gleichzeitig von besseren Jobaussichten als andere Migrantengruppen. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels müssen Hochschulen und Unternehmen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen, um Studierenden den Übergang in den Beruf zu erleichtern.






