Deutschland lockt nach Intels Abzug neue Chiphersteller wie Samsung an
Hans-Herbert ReinhardtDeutschland lockt nach Intels Abzug neue Chiphersteller wie Samsung an
Deutschland wirbt um weitere Halbleiterhersteller nach Intels Rückzug aus Magdeburg
Nach dem Aus von Intel in Magdeburg setzt Deutschland alles daran, weitere Chiphersteller ins Land zu holen. Besonders aktiv umwirbt die Bundesregierung südkoreanische Unternehmen – mit Samsung als zentralem Ziel. Aktuelle Entwicklungen deuten auf eine mögliche große Expansion hin, gestützt durch hohe Subventionen und eine starke Nachfrage der Industrie.
Intels Entscheidung, sich Anfang dieses Jahres aus Magdeburg zurückzuziehen, war vor allem eine Frage der Unternehmensstrategie und kein Zeichen für ein schlechtes Investitionsklima in Deutschland. Trotz dieses Rückschlags bleibt das Land für Chipproduzenten attraktiv. Unternehmen wie TSMC, Infineon, Bosch und GlobalFoundries sind bereits erfolgreich in der Region vertreten – ein Beweis dafür, dass hohe Energie- und Arbeitskosten Investitionen nicht abschrecken.
Erst kürzlich reiste eine deutsche Delegation nach Südkorea, um über mögliche Chipfabrik-Projekte zu verhandeln. Berichten zufolge gelten Sachsen und Sachsen-Anhalt als favorisierte Standorte für eine mögliche Samsung-Expansion. Der Konzern ist in Europa bereits über seine Tochter Harman präsent, die zuvor die ADAS-Sparte von ZF übernommen hatte.
Deutsche und europäische Automobilhersteller dürften ihre Bezüge von Samsung über Harman in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Diese wachsende Nachfrage stärkt die Argumentation für ein neues Werk. Ein umfangreiches Subventionspaket könnte den Ausschlag für eine Einigung geben – ähnlich den Anreizen, die einst Intel angeboten wurden.
Samsungs möglicher Einstieg in Deutschland würde die europäische Halbleiterlandschaft deutlich verändern. Angesichts der bereits erfolgreichen Aktivitäten von TSMC und der zunehmenden Abhängigkeit der Autoindustrie von koreanischen Zulieferern könnte die Branche in der Region weiter wachsen. Die finale Entscheidung hängt nun von den Verhandlungen und dem Umfang der staatlichen Förderung ab.






