Demokratie zum Anfassen: Wie Jugendliche in Baden-Württemberg Politik aktiv erleben
Hans-Herbert ReinhardtDemokratie zum Anfassen: Wie Jugendliche in Baden-Württemberg Politik aktiv erleben
Demokratiewoche: Jugendliche in Baden-Württemberg entdecken Politik zum Anfassen
Die diesjährige Demokratiewoche bot jungen Menschen in Baden-Württemberg die Gelegenheit, sich intensiv mit Politik und lokalen Themen auseinanderzusetzen. In Workshops, Spielen und offenen Diskussionen erlebten Schülerinnen und Schüler, wie Demokratie im Alltag funktioniert. Die Veranstaltungen zeigten: Wenn Jugendliche die Chance bekommen, ihre Meinung zu äußern und mitzugestalten, engagieren sie sich mit großer Begeisterung.
Eine Klasse 15- bis 16-Jähriger der Ludwig-Dürr-Schule nahm am Workshop "Deine Stimme, dein Land" teil, der von ehremamtlich engagierten Studierenden geleitet wurde. Themen waren unter anderem die Arbeitsweise des Landtages, die Rolle politischer Parteien und die Abläufe bei Wahlen. Die Jugendlichen lernten zudem, wo sie verlässliche Informationen zu Kandidaten und Wahlverfahren finden.
Ein Höhepunkt der Woche war das Planspiel "Quararo", bei dem sechs Schülergruppen aus verschiedenen Schulen in die Rollen von Entscheidungsträgern schlüpften. Sie diskutierten über Gerechtigkeit, Regeln und persönliche Standpunkte – immer vor dem Hintergrund fiktiver, aber realitätsnaher Szenarien. Viele teilten im Nachhinein mit, dass das Spiel ihnen verdeutlicht habe, wie kollektive Entscheidungen zustande kommen – und warum Kompromisse unverzichtbar sind.
Neben den Simulationen umfasste das Programm eine Jugendsitzung des Landtages sowie "Pizza & Politik", einen lockeren Austausch, bei dem junge Menschen bei Essen und Trinken über Demokratie diskutierten. Die Schülerinnen und Schüler sammelten Ideen zu Themen, die sie direkt betreffen – von der Forderung nach mehr attraktiven Außenflächen für Treffpunkte über Verbesserungen im Gesundheitswesen bis hin zur Belebung der Innenstädte. Ihr Feedback machte deutlich, wie sehr sie es schätzen, gehört zu werden und mitwirken zu können.
Veranstaltet wurde die Demokratiewoche von der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg (SKJB). Ziel der Workshops war es, Politik greifbar und zugänglich zu machen. Statt Demokratie nur theoretisch zu behandeln, erlebten die Jugendlichen sie hautnah – sei es durch Rollenspiele, Debatten oder die Planung konkreter Veränderungen in ihren Kommunen.
Die Veranstaltungen hinterließen bei den Teilnehmenden ein besseres Verständnis dafür, wie Demokratie auf Landes- und kommunaler Ebene funktioniert. Viele berichteten, dass es ihnen Spaß gemacht habe, Diskussionen mitzugestalten und ernst genommen zu werden. Die Organisatorinnen und Organisatoren betonten, dass die Einbindung junger Menschen nachhaltiges Interesse an gesellschaftlichem Engagement und lokalen Themen wecken kann.






