CDU-Politiker fordert strengere Regeln für Pflegebeiträge von Kindern
Vladimir DöhnCDU-Politiker fordert strengere Regeln für Pflegebeiträge von Kindern
Ein führender konservativer Politiker hat strengere Regeln für die Zahlungen erwachsener Kinder zur Pflege ihrer Eltern gefordert. Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, will die Einkommensgrenze für solche Beiträge senken. Zudem kritisierte er Familien, die frühzeitig Vermögen übertragen, um spätere Pflegekosten zu umgehen.
Stegemann bezeichnete das aktuelle System als ein „Erbschutzmodell auf Kosten der Steuerzahler“. Viele Familien nutzten rechtliche Schlupflöcher, um Vermögen noch vor dem Pflegebedarf der Eltern zu übertragen – oft nach der Zehn-Jahres-Frist. Diese Praxis, so Stegemann, belaste die öffentlichen Haushalte zusätzlich.
Derzeit zahlen Kinder nur dann, wenn sie mehr als 100.000 Euro jährlich verdienen. Stegemann hält diese Grenze für zu hoch und plädiert für eine Absenkung. Sein Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Kosten für die Langzeitpflege weiter steigen.
Ohne Reformen könnte der Beitragssatz bis 2030 von derzeit 3,6 auf 4,6 Prozent steigen. Bei Kinderlosen könnte er sogar 5,5 Prozent erreichen. Der Politiker warnt, dass Untätigkeit die öffentlichen Finanzen weiter belasten werde.
Ziel der Reformbestrebungen ist es, die finanzielle Last des Staates zu verringern, indem mehr Familien an den Kosten der Altenpflege beteiligt werden. Falls umgesetzt, müssten auch Kinder mit geringeren Einkommen höhere Beiträge leisten. Die Debatte spiegelt wachsende Sorgen um die Zukunftsfähigkeit des deutschen Pflegesystems wider.






