Baden-württembergische Apotheker fordern faire Bezahlung bei Protesten
Hiltrud JockelBaden-württembergische Apotheker fordern faire Bezahlung bei Protesten
Apotheker in Baden-Württemberg protestieren für bessere Bezahlung
Am 23. März haben Apotheker in ganz Baden-Württemberg mit einer Protestaktion auf ihre Forderung nach höheren Vergütungen aufmerksam gemacht. Zwar blieben alle Apotheken geöffnet, doch viele versammelten sich vor der Christoph-Apotheke in Pforzheim, um Solidarität zu zeigen. Die Kundgebung spiegelte die seit Langem schwelende Unzufriedenheit über stagnierende Gebühren und die dringend notwendige Anpassung der Entlohnung wider.
Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) hatte die Demonstration organisiert, nachdem die Landesapothekerkammer vollständige Schließungen untersagt hatte. Als Begründung verwiesen die Verantwortlichen auf rechtliche Vorgaben des Sozialministeriums und empfahlen stattdessen alternative Aktionsformen wie Plakate und Flugblätter. Christian Kraus, Vorsitzender des LAV-Kreisverbands Pforzheim, räumte ein, dass es erheblichen Aufwand gekostet habe, fast alle Apotheken zur Teilnahme zu bewegen.
Andreas Plommer, Inhaber der Christoph-Apotheke, hielt seine Filiale aufgrund der Notdienstpflicht offen. Er betonte jedoch, dass ein flächendeckender Streik aller Notdienstapotheken ein stärkeres Signal gesendet hätte. Die Vergütung für apothekerliche Leistungen sei seit über 20 Jahren praktisch unverändert geblieben – mit Ausnahme einer minimalen Erhöhung um 25 Cent im Jahr 2013, die Plommer als "lächerlich gering" abtat.
Am Protesttag reduzierte Plommer das Personal: Statt der üblichen Besetzung arbeiteten morgens fünf und nachmittags vier Mitarbeiter in seiner Apotheke. Draußen demonstrierten Kollegen aus umliegenden Apotheken in ihren Berufskitteln mit Schildern, um die Öffentlichkeit auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Kraus unterstrich die Bedeutung des Zusammenhalts und rief die Teams dazu auf, im Dialog mit Patienten ihre Forderungen zu erläutern.
Obwohl keine Apotheke komplett schloss, erreichte die Aktion durch abgestimmte Kundgebungen hohe Sichtbarkeit. Die Protestierenden nutzten die Demonstration, um nach Jahrzehnten ohne nennenswerte Anpassungen eine Reform der Gebührenordnung voranzutreiben. Die Organisatoren hoffen, dass die gezeigte Geschlossenheit die Verantwortlichen in zukünftigen Verhandlungen zum Handeln zwingt.






