18 March 2026, 16:18

Baden-Württemberg belohnt E-Auto-Fahrer für flexibles Laden – ohne Komfortverlust

Elektrofahrzeug-Ladestation auf einem Parkplatz mit umgeben-der Infrastruktur, Grünflächen und einer Brücke im Hintergrund.

Baden-Württemberg belohnt E-Auto-Fahrer für flexibles Laden – ohne Komfortverlust

Ein neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg testet, wie das Laden von Elektroautos das Stromnetz entlasten kann – ohne die Fahrer zu beeinträchtigen. Unter dem Namen LadeFlexBW werden private E-Auto-Besitzer belohnt, wenn sie ihre Ladezeiten anpassen. Seit dem Start im September 2023 nehmen rund 1.200 Teilnehmer freiwillig an dem Programm teil, das bis Anfang 2026 läuft.

LadeFlexBW funktioniert im Rahmen des bestehenden deutschen Standardlastprofil-Systems und beweist, dass netzfreundliches Laden auch ohne intelligente Stromzähler möglich ist. Das Projekt basiert auf marktwirtschaftlichen Prinzipien und erfordert von den Teilnehmern weder einen Wechsel des Energieanbieters noch des Tarifs. Stattdessen wird die Flexibilität separat gehandelt – und bietet Fahrern so eine zusätzliche Einnahmequelle, wenn sie ihre Ladegewohnheiten anpassen.

Das System ist skalierbar und kann von einigen hundert bis zu zehntausenden Elektrofahrzeugen bewältigen. Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied beim Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW, betont die Notwendigkeit solcher Praxisversuche, um über kleine Pilotprojekte hinauszukommen. Solche Initiativen seien entscheidend, um Flexibilitätslösungen im großen Maßstab umzusetzen, so Strangfeld.

Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S), erläutert, dass LadeFlexBW ein Erlösmodell schaffen soll, das E-Auto-Besitzer für ihre Flexibilität entschädigt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftige Energiepreise, digitale Ladedienste und Regelungen für dezentrale Netzdienstleistungen prägen. Zudem untersucht das Projekt, wie die E-Mobilität besser in erneuerbare Energiesysteme integriert werden kann.

Für die Teilnehmer bringt das Programm finanzielle Vorteile, ohne dass sie auf Komfort verzichten müssen. Die Fahrer behalten ihre gewohnten Laderoutinen, verdienen aber zusätzlich Geld, indem sie geringe Anpassungen zulassen, wenn das Netz es benötigt.

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Bis Anfang 2026 wird LadeFlexBW reale Daten darüber gesammelt haben, wie kleinteilige Flexibilität die Belastung des Stromnetzes verringern kann. Die Ergebnisse könnten Energiepolitiken, Netzentgelte und neue Dienstleistungen für E-Auto-Fahrer beeinflussen. Bei Erfolg könnte das Projekt ähnliche Initiativen in ganz Europa anstoßen – besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach sauberer Energie und intelligentem Laden.

Quelle