28 April 2026, 02:19

Atomausstieg 2011 löste keinen Kohlekraft-Boom in Deutschland aus

Schwarze und weiße Zeichnung einer Gruppe von Menschen vor einem Fabrikgebäude mit Häusern und Rauch, der aus den Schornsteinen aufsteigt, mit dem Text "Kohlebergbau-Katastrophe in England das Ende" unten.

Atomausstieg 2011 löste keinen Kohlekraft-Boom in Deutschland aus

Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie 2011 löste keinen Boom beim Bau neuer Kohlekraftwerke aus, wie eine Untersuchung des Energieexperten Craig Morris zeigt. Zwar befinden sich derzeit zehn Kohlekraftwerke im Bau, doch keines davon wurde als direkte Reaktion auf den Atomausstieg initiiert.

Die letzte Genehmigung für ein Kohlekraftwerksmodul wurde 2009 für Block 9 des Mannheimer Kohlekraftwerks erteilt. Seither wurden keine neuen Projekte mehr bewilligt. Von den zehn derzeit im Bau befindlichen Anlagen gingen zwei im vergangenen Herbst ans Netz – beide waren bereits 2005 und 2006 genehmigt worden. Die übrigen acht Projekte waren spätestens 2009 bereits in Planung oder Umsetzung.

Seit dem Atomausstieg 2011 wurden sechs Kohleprojekte gestrichen. Da der Bau eines Kohlekraftwerks in der Regel etwa fünf Jahre dauert, hätten neu begonnene Vorhaben nach 2011 frühestens 2016 fertiggestellt werden können. Aktuell hemmen niedrige Strompreise alle konventionellen Kraftwerksprojekte und werfen Fragen zur künftigen Wirtschaftlichkeit von Kohlekraft in Deutschland auf.

Die Untersuchung bestätigt, dass nach 2011 keine Kohlekraftwerke gebaut wurden, um die wegfallende Atomkapazität zu ersetzen. Ohne neue Genehmigungen seit 2009 und bei mehreren Projektabsagen scheint der Ausbau der Kohlekraft in Deutschland zum Stillstand gekommen zu sein. Die verbleibenden Vorhaben stehen angesichts sinkender Strompreise zudem vor finanziellen Unsicherheiten.

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