Apothekensterben in Darmstadt-Dieburg: Droht der Kollaps der medizinischen Versorgung?
Vladimir DöhnApothekensterben in Darmstadt-Dieburg: Droht der Kollaps der medizinischen Versorgung?
Ein kürzlich stattgefundenes Treffen in Erzhausen hat die wachsenden Sorgen um die Zukunft der lokalen pharmazeutischen Versorgung in den Fokus gerückt. Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke, warnte, dass die Welle der Apotheken-Schließungen das gesamte medizinische Netzwerk in der Region destabilisieren könnte. Er betonte die Dringlichkeit von Maßnahmen, um ein System zu schützen, das die öffentliche Gesundheit und Lebensqualität sichert.
Nejatian traf sich mit Klaus Peter Schellhaas, dem Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg, sowie Christel Sprößler, der Kreisbeigeordneten für Soziales und Jugend. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche standen die Herausforderungen für die lokale Gesundheitsversorgung, insbesondere der rasante Rückgang der vor Ort ansässigen Apotheken. Nejatian argumentierte, dass diese Schließungen tiefe Schwachstellen im medizinischen Versorgungssystem offenlegen.
Schellhaas kann auf eine lange Erfolgsbilanz bei der Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung in der Region verweisen – unter anderem durch die Einrichtung zweier Medizinischer Versorgungszentren (MVZ). Sprößler, die SPD-Kandidatin für seine Nachfolge, hat zugesagt, diesen Kurs beizubehalten. Sie versprach, im Falle ihrer Wahl die Unterstützung lokaler medizinischer Einrichtungen fortzuführen.
Während der Gespräche schlug Nejatian vor, dass neue MVZ künftig Apotheken integrieren sollten, um die lokale Gesundheitsinfrastruktur zu stärken. Er warnte, dass ohne gemeinsame Anstrengungen zur Erhaltung der Apotheken das gesamte Versorgungssystem zusammenbrechen könnte. Ein stabiles medizinisches und pharmazeutisches System, so Nejatian, hänge von kontinuierlichem politischem Engagement und verlässlichen Strukturen ab.
Das Treffen unterstrich die ernsten Risiken für die lokale pharmazeutische Versorgung. Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Verlust weiterer Apotheken die Grundlagen der medizinischen Versorgung in Darmstadt-Dieburg erschüttern. Behörden und Leistungserbringer stehen nun unter Druck, Lösungen zu finden, bevor das Netzwerk unwiederbringlichen Schaden nimmt.






