30 March 2026, 16:28

Anna Netrebkos umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Jubel und Proteste aus

Gemälde namens 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe von Darstellern auf der Bühne mit Instrumenten und sitzenden Stühlen vor einem Publikum und einer Wand zeigt.

Anna Netrebkos umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Jubel und Proteste aus

An der Berliner Staatsoper feierte Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere

Die Uraufführung der neuen Inszenierung von Verdis Ein Maskenball mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Titelrolle sorgte für begeisterten Applaus – doch vor dem Opernhaus kam es auch zu Protesten. Rund 50 Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen gegen die in Russland geborene Künstlerin.

Die unter der Leitung von Enrique Mazzola stehende Produktion präsentierte Netrebko als Amelia. Regisseur Rafael R. Villalobos integrierte Elemente der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise in bestimmte Szenen. Während ein Großteil des Publikums mit starkem Beifall reagierte, gab es während der Vorstellung auch vereinzelt Buhrufe.

Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, steht seit Jahren wegen ihrer angeblichen Nähe zu Präsident Wladimir Putin in der Kritik. Besonders ihr Auftritt 2021 in Moskau, bei dem sie als Unterstützerin des russischen Staatschefs wahrgenommen wurde, löste nach dem Überfall auf die Ukraine eine Welle der Empörung aus. Es folgten Absagen, darunter ein Aufführungsverbot an der Wiener Staatsoper 2022. Zwar distanzierte sie sich später von Putin und kehrte 2023 auf westliche Bühnen zurück, doch Skepsis wegen ihres früheren Schweigens und ihrer mutmaßlichen Loyalität zu Moskau bleibt bestehen.

Vor dem Opernhaus riefen Protestierende Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat". Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, verteidigte die Besetzung Netrebkos mit dem Hinweis, die Sängerin habe sich öffentlich von Russland losgesagt und sei seit Kriegsbeginn nicht dorthin zurückgekehrt.

Die Premiere markierte Netrebkos Rückkehr nach Berlin nach einer Phase internationaler Boykotte und gespaltenen Publikumsreaktionen. Zwar erhielt ihre Gesangsdarbietung Lob, doch die Proteste und vereinzelten Buhrufe zeigten, wie sehr die Debatte um ihre politischen Verstrickungen andauert. Die Produktion bleibt Teil des Festprogramms der Staatsoper.

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